1. Leistung der Unterlage in Bezug auf den Unterboden/die Konstruktion

Im folgenden werden Leistungsmerkmale beschrieben, die von der Unterlage erfüllt werden müssen, um die Dauerhaftigkeit der technischen Leistung während der gesamten Lebensdauer des Fußbodenbelags sowohl bei niedriger als auch bei hoher Beanspruchung (z. B. in Wohnzimmern, Fluren, Küchen usw.) zu garantieren.

Leistungsmerkmale:

PC: (Ausgleich punktueller Unebenheiten – punctual conformability)

Der Unterboden muss der Norm DIN 18202 entsprechen.

Kleine punktuelle Unregelmäßigkeiten wie Estrichkörner können mit geeigneten Unterlagen ausgeglichen werden. Es ist unbedingt notwendig, dass großflächige Unebenheiten mit geeigneten Maßnahmen ausgeglichen werden (z. B. mit Spachtelmasse o.ä.). Bei Fußbodenbelägen des Typs 1 müssen Hohlstellen unter dem Fußbodenbelag im Hinblick auf Trittschallgeräusche vermieden werden. Bei Fußbodenbelägen des Typs 2 sind Unregelmäßigkeiten des Unterbodens kritischer. So können zum Beispiel nach einiger Zeit größere Spalten zwischen den Modulen oder Risse an der Oberfläche sichtbar werden. Unebenheiten können auch die Verbindungssysteme übermäßig belasten.

Die Fähigkeit, die oben erwähnten Unregelmäßigkeiten auszugleichen, wird durch den PC-Wert ausgedrückt, der immer in mm angegeben wird und die Fähigkeit einer Unterlage anzeigt, punktuelle Unebenheiten zu „absorbieren“.

Je höher der PC-Wert, desto besser eignet sich die Unterlage zum Ausgleich punktueller Unebenheiten.

SD: (Wasserdampfdiffusionswiderstand – water vapor diffusion resistance)

Feuchtsensitive Bodenbelagssysteme (bspw. Fußbodenbeläge mit MDF-/HDF-Kern) benötigen einen dauerhaft trockenen Untergrund. Dieser kann im Falle von mineralischen Untergründen durch die Verwendung einer Feuchteschutzfolie (Wasserdampfdiffussionskontrollschicht) sichergestellt werden, welche den Fußbodenbelag vor Schäden durch aufsteigende Feuchte schützt.

Feuchteschutzfolien können entweder in die Verlegeunterlage integriert sein oder separat verlegt werden. Die Dicke der Feuchteschutzfolie an sich ist in dieser Hinsicht ohne Bedeutung, wohl aber ihr Typ und ihre Qualität.

Die Fähigkeit, die Diffusion von Wasserdampf zu bremsen, wird durch den sd-Wert (= wasserdampfäquivalente Luftschichtdicke) ausgedrückt.

Je höher der SD-Wert, desto besser schützt die Folie oder Unterlage den Bodenbelag vor Schäden durch aufsteigende Feuchte.

Aufgrund praktischer Erfahrungen sollte dieser Wert mindestens 75 m betragen.

Typischerweise erzielen transparente Folien aus Polyäthylen (PE) mit einer Dicke von 150 μm sd-Werte von > 75 m. Das Gleiche gilt für metallisierte PE-/PP- oder Polyesterfolien mit einer Dicke von > 10 μm.

Die Anforderung von 75 m gilt für Unterböden im Zustand der Gleichgewichtsfeuchte. Weist der Untergrund ein höheres Maß an Restfeuchte auf, müssen bereits vor dem Verlegen des Bodenbelags geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um den Unterboden zu trocknen.

Grundsätzlich ist es unbedingt notwendig, sich über die entsprechenden Anforderungen des Fußbodenbelags-Lieferanten zu informieren und diese zu beachten.

R (Wärmedurchlasswiderstand – thermal resistance)

Fall 1: Beheizte Böden

Fall 1a: Fußbodenheizung unterhalb der Unterlage (z.B. Wasser oder Elektro im Estrich/Beton) Bei beheizten Böden darf das Fußbodensystem die Heizungsfunktion nicht beeinträchtigen, d.h. die effektive Wärmeübertragung der Fußbodenheizung in den Raum darf durch das  Fußbodensystem nicht übermäßig behindert werden. Gemäß dem BVF e.V. (Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen) und den europäischen Normen zu Auslegungsvorgaben für raumflächenintegrierten Heizsystemen mit Wasserdurchströmung (EN 1264-3) darf der Wärmedurchlasswiderstand Rλ,B für das gesamte Fußbodensystem nicht mehr als 0,15 m² K/W betragen.

Fall 1b: Fußbodenheizung auf der Unterlage (z.B. Elektro-Folienheizung direkt auf der Unterlage) In diesem Fall muss die Energie möglichst gut durch den Bodenbelag in den Raum gelangen und so wenig Energie wie möglich sollte durch die Unterlage verloren gehen. Die Unterlage muss also in der Lage sein, einen möglichen Energieverlust zu vermeiden. Die Praxiserfahrung zeigt, dass dieses am besten erreicht wird, wenn der Wärmedurchlasswiderstand R der Unterlage allein höher ist als der Wärmedurchlasswiderstand des Bodenbelags.

Heizung/Kühlung unterhalb der Unterlage: Je niedriger der Rλ,B -Wert des Fußbodensystems, desto besser eignet sich das Fußbodensystem für die Verwendung auf einem beheizten/gekühlten Unterboden.

Heizung auf der Unterlage: Je höher der Rλ,B -Wert des Fußbodensystems und/oder der R-Wert der Unterlage, desto besser eignet sich das Fußbodensystem für die Verwendung unterhalb eines beheizten Unterbodens.     

Fall 2: Gekühlte Böden

Im Fall einer Installation, bei der kaltes Wasser durch das Fußbodenheizsystem gepumpt werden kann, um im Sommer für Kühlung zu sorgen, bedarf es zusätzlicher Anforderungen. Unter dem Bodenbelag sollte eine automatische Steuerung zur Ermittlung des Taupunkts (Kondensation) installiert werden. Dafür müssen Taupunktsensoren (d. h. Messfühler) unter dem Fußbodenbelag angebracht werden. Sie schalten das Kühlsystem ab, bevor Kondensation auftritt. Jegliche Kondensation kann eine Beschädigung des Fußbodensystems zur Folge haben. Das kann möglicherweise zu Verformungen, Dehnungen, Blasen, Rissbildungen usw. führen.

Der Wärmedurchlasswiderstand Rλ,B für das gesamte Fußbodensystem für Fußbodenkühlungen darf nicht mehr als 0,10 m² K/W betragen.

Je niedriger der Rλ,B-Wert des Fußbodensystems, desto besser eignet sich das Fußbodensystem für die Verwendung auf einem beheizten/gekühlten Unterboden.

Wichtig: Der Rλ,B-Wert für das gesamte Fußbodensystem muss als Summe der Wärmeduchlasswiderstände aller Schichten (im Normalfall: Feuchteschutzfolie + Verlege-unterlage + Fußbodenbelag) berechnet werden.

Beispiel für einen geeigneten Bodenaufbau:

MMF-Fußbodenbelag  0.07 m² x K / W
Verlegeunterlage         0.04 m² x K / W  (= R)
Feuchteschutzfolie      0.005 m² x K / W
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Summe Rλ,B:                 0.115 m² x K / W  (≤ 0.15 und daher für unterhalb beheizte Fußböden geeignet)

Fall 3: Wärmeisolierung
Im Falle einer Installation auf nicht isolierten Unterböden auf Erdgeschoss- oder Kellerebene oder über unbeheizten Flächen wie Garagen lässt sich mit einer guten Wärmeisolierung des Fußbodenbelags ein höherer Wohnkomfort erzielen. Das kann dazu beitragen, höhere Fußbodentemperaturen und ein angenehmeres Gefühl beim Barfußlaufen auf dem Bodenbelag zu erreichen.

Je höher der Rλ,B-Wert des Fußbodensystems, desto besser eignet sich das Fußbodensystem für die Verwendung auf einem nicht isolierten Unterboden.